Warum auch der Herstellungsprozess Teil des Archivs wird
Die Herstellung endet nicht mit einer fertigen Aquarellfarbe
Die Herstellung einer handgefertigten Aquarellfarbe umfasst weit mehr als das fertige Ergebnis.
Zwischen der Vorbereitung der Materialien, dem Anmischen des Bindemittels, dem Vermengen mit dem Pigment, dem schichtweisen Abfüllen und der vollständigen Trocknung entstehen zahlreiche Veränderungen, die sich beobachten lassen. Farbe, Oberfläche und Material entwickeln sich während des gesamten Herstellungsprozesses weiter und eröffnen fortlaufend neue Beobachtungsmöglichkeiten.
Die Herstellung bildet deshalb selbst einen Teil der Farbdokumentation.

Dokumentation bewahrt Beobachtungen über den Moment hinaus
Viele Veränderungen sind nur während ihrer Entstehung sichtbar.
Werden sie kontinuierlich dokumentiert, bleiben sie auch nach Abschluss der Herstellung nachvollziehbar. Frühere Arbeitsschritte können erneut betrachtet, einzelne Beobachtungen miteinander verglichen und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgt werden.
Dokumentation bewahrt deshalb nicht nur Abläufe, sondern auch die Möglichkeit, Beobachtungen zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzunehmen.

Wiederholte Herstellung schafft neue Vergleichsmöglichkeiten
Dasselbe Pigment kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten erneut verarbeitet werden.
Veränderungen der Rezeptur, unterschiedliche Herstellungsbedingungen oder andere Arbeitsabläufe können dazu führen, dass sich Farbeindruck, Oberflächenstruktur oder Trocknungsverhalten unterschiedlich entwickeln. Solche Unterschiede werden häufig erst sichtbar, wenn mehrere Herstellungsprozesse nebeneinander betrachtet werden.
Die Dokumentation schafft damit die Grundlage für langfristige Vergleiche.

Mit jedem Eintrag wächst auch das Archiv
Jeder dokumentierte Herstellungsprozess ergänzt das Archiv um weitere Beobachtungen.
Mit zunehmender Zahl der Aufzeichnungen entstehen neue Vergleichsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Pigmenten, Rezepturen, Herstellungsbedingungen und Zeiträumen. Dadurch wächst nicht nur der Umfang des Archivs, sondern auch die Vielfalt der dokumentierten Zusammenhänge.
Das Archiv entwickelt sich Schritt für Schritt mit jeder weiteren Dokumentation.

Archivierung erhält die Möglichkeit zur erneuten Beobachtung
Ein Archiv bewahrt nicht allein das fertige Material.
Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, frühere Herstellungsprozesse erneut zu betrachten und mit späteren Arbeiten in Beziehung zu setzen. Dadurch bleibt die Entwicklung einer Farbe auch lange nach ihrer Herstellung nachvollziehbar.
Archivierung bedeutet deshalb nicht nur, Vergangenes zu bewahren, sondern Beobachtungen dauerhaft zugänglich zu halten und immer wieder neu vergleichen zu können.

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