Die Position einer Farbe entsteht durch den Vergleich

Farben werden nicht isoliert wahrgenommen

Eine einzelne Farbe lässt sich unabhängig von anderen Farben betrachten. Ihr Farbeindruck bleibt dabei jedoch auf ihre unmittelbare Erscheinung beschränkt.

Erst wenn dieselbe Farbe gemeinsam mit weiteren Farbtönen betrachtet wird, entstehen zusätzliche Beobachtungsmöglichkeiten. Unterschiede, Übergänge und feine Nuancen werden im direkten Vergleich deutlicher sichtbar als bei einer isolierten Betrachtung.

Die Beobachtung einer Farbe beginnt deshalb häufig mit der Farbe selbst, entwickelt sich jedoch erst im Vergleich weiter.

Systematisch angeordnete Farbproben zur Beobachtung von Farbpositionen

Der Vergleich schafft einen gemeinsamen Bezugsraum

Farben lassen sich besonders gut vergleichen, wenn sie innerhalb einer zusammenhängenden Farbreihe oder eines geordneten Farbsystems betrachtet werden.

Mehrere Gelbtöne, Grüntöne oder Blautöne bilden gemeinsam einen visuellen Zusammenhang, in dem sich Ähnlichkeiten und Unterschiede leichter erkennen lassen. Jede Farbe bleibt dabei eigenständig, erhält jedoch gleichzeitig einen Bezug zu den benachbarten Farben.

Der Vergleich beschreibt deshalb nicht einzelne Farben, sondern ihre Beziehungen zueinander.

Farbvergleich innerhalb einer kontinuierlichen Aquarellfarbreihe

Die Position einer Farbe wird sichtbar

Innerhalb einer Farbreihe beginnt sich die Position einer Farbe allmählich abzuzeichnen.

Ob eine Farbe wärmer oder kühler wirkt, heller oder dunkler erscheint oder bereits eine leichte Entwicklung in Richtung einer benachbarten Farbgruppe zeigt, lässt sich häufig erst im direkten Vergleich erkennen. Diese Beobachtungen entstehen nicht durch eine vorher festgelegte Einordnung, sondern durch das wiederholte Betrachten der gesamten Farbreihe.

Die Position einer Farbe wird daher nicht definiert, sondern Schritt für Schritt sichtbar.

Dokumentation ähnlicher Farbtöne auf einer Farbkarte

Mit jeder neuen Farbe verändert sich auch der Vergleich

Ein Farbarchiv entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Jede neu dokumentierte Farbe erweitert die vorhandenen Vergleichsmöglichkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Übergänge und zusätzliche Bezugspunkte, wodurch sich auch bereits bekannte Farben in einem differenzierteren Zusammenhang betrachten lassen.

Nicht die einzelne Farbe verändert sich, sondern der Zusammenhang, in dem sie beobachtet wird.

Beobachtung von Farbverhältnissen innerhalb eines Farbarchivs

Vergleich erweitert die Beobachtung

Der Vergleich dient nicht dazu, Farben zu bewerten oder voneinander zu trennen.

Er erweitert vielmehr die Möglichkeiten der Beobachtung. Eigenschaften, die bei einer einzelnen Farbe kaum auffallen, werden innerhalb einer Farbreihe deutlicher erkennbar. Dadurch entsteht ein umfassenderes Verständnis der Beziehungen zwischen einzelnen Farben.

Die Beobachtung entwickelt sich deshalb gemeinsam mit dem Vergleich.

Vergleich handgefertigter Aquarellfarben zur Bestimmung visueller Beziehungen

Farbbeziehungen entstehen durch fortlaufende Beobachtung

Ein Farbarchiv beschreibt keine endgültige Ordnung.

Mit jeder neuen Beobachtung entstehen weitere Beziehungen zwischen bereits dokumentierten Farben. Die Position einer Farbe bleibt deshalb Teil eines fortlaufenden Beobachtungsprozesses und entwickelt sich gemeinsam mit dem Archiv weiter.

Farbdokumentation beschreibt auf diese Weise nicht nur einzelne Farben, sondern auch die Beziehungen, die zwischen ihnen nach und nach sichtbar werden.

Kontinuierlich angeordnete Farbtöne im VHaquarell Farbarchiv
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Prozessaufnahme der Farbherstellung