Materialverhalten und Parametergrenzen handgefertigter Aquarellfarben
I. Archivposition und Erfassungsgrenzen
Handgefertigte Aquarellfarben umfassen bei der Herstellung und Lagerung physikalische Eigenschaften wie Pigmentcodes (C.I. Name), Lichtechtheitswerte, Transparenz, Deckkraft und chemische Zusammensetzungen. Technische Parameter spiegeln die Messergebnisse einer einzelnen Dimension unter spezifischen Testbedingungen wider; in der tatsächlichen Praxis stellen Aquarellfarben ein dynamisches Materialsystem dar, das mehreren Variablen unterliegt.
Das Materialarchiv setzt klare Erfassungsgrenzen: Eindeutig verifizierbare Fakten werden als grundlegender Hintergrund dokumentiert; Gegenstände ohne langfristige praktische Tests oder ohne Originaldaten verbleiben im Status objektiver Erfassungslücken. Visuelle Mutmaßungen oder nicht-standardisierte Beobachtungen ersetzen keine Testdaten.

II. Pigmentcodes und Klassifizierungsbereich
Der internationale Colour Index (C.I. Name) dient der Einordnung bestimmter Pigmente mit einzelner chemischer Struktur. Die bei der handwerklichen Herstellung verwendeten Rohstoffe umfassen folgende Strukturmerkmale:
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Verbund- und Effektmaterialien: Perlglanz-, Effektmetallic-, Interferenzfarben sowie zusammengesetzte Pigmentmischungen basieren häufig auf mehrschichtigen optischen Beschichtungen, Glimmermatrizen oder Verbundpartikeln. Solche Materialien fallen nicht unter die Zuordnung traditioneller Einzelpigmentcodes.
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Art der Datenerfassung: Für Materialien, die vom Lieferanten ohne Zuordnung oder ohne entsprechenden internationalen Code bereitgestellt werden, bewahrt das Archiv lediglich die Originalaufzeichnungen. Es werden keine eigenständigen Codes hinzugefügt oder chemische Zusammensetzungen anhand visueller Merkmale abgeleitet.

III. Rezepturzusammensetzung und Arbeitsverhalten
Die physikalische Leistung einer Farbe (wie Transparenz, Deckkraft, Dispersionsverhalten und Haftung) wird gemeinsam durch das Pigment, das Bindemittelverhältnis, den Feuchtigkeitszustand und die Rezepturstruktur bestimmt.
Dasselbe Pigment zeigt in unterschiedlichen Rezeptursystemen abweichende physikalische und visuelle Verhaltensweisen. Die Rezepturen handgefertigter Aquarellfarben werden anhand von Materialchargen, Umgebungsbedingungen und langfristigen Beobachtungsprotokollen angepasst. Bei Fehlen einer festen Rezeptur und standardisierter Testbedingungen dienen phasenbezogene Transparenz- oder Deckkraftwerte lediglich als Beobachtungsprotokoll der jeweiligen Charge und werden nicht als permanente Festwerte ausgewiesen.

IV. Lichtechtheit und Testbedingungen
Die Lichtbeständigkeit ist ein physikalischer Indikator, der von spezifischen Testbedingungen (wie Spektralverteilung, Lichtintensität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schichtdicke und Trägermedium) abhängt und gleichzeitig vom Bindemittelsystem sowie der Rezepturstruktur beeinflusst wird.
Lichtechtheitsdaten im Materialarchiv basieren auf unabhängigen, standardisierten Laborprüfungen. Daten, die nicht durch konkrete Chargentests bestätigt wurden, werden nicht als allgemeingültige Festwerte fortgeführt.

V. Chargenentwicklung und Zeitfaktoren
Materialien verändern sich physikalisch mit der Zeit und unter Umwelteinflüssen. Über verschiedene Produktionschargen, saisonale Bedingungen, Rezepturphasen und Lagerzeiten hinweg zeigen die Farben kontinuierliche Verhaltensunterschiede:
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Dispersionsrate und Anlösungsverhalten bei Wasserkontakt;
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Volumenschrumpfung und Oberflächenstruktur während der natürlichen Trocknung;
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Haftung und Anlösungsverhalten der ausgehärteten Farbschicht;
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Physikalische Reaktionen unter wechselnden Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen.
Feste Zahlenwerte repräsentieren lediglich das Testergebnis eines bestimmten Moments. Physikalische Veränderungen im Zuge von Chargenwechseln und zeitlichen Entwicklungen werden durch Langzeitbeobachtungsprotokolle erfasst.

VI. Beobachtungsprotokolle und standardisierte Prüfungen
Handgefertigte Farben konzentrieren sich auf das komplexe Materialverhalten, das durch das Zusammenwirken von Material, Pigment, Rezeptur, externen Faktoren, Zeit und menschlichem Eingreifen entsteht. In der langfristigen Malpraxis lassen sich konkrete physikalische Phänomene beobachten (wie das Ausfließverhalten im nassen Zustand, Nachdunkeln beim Trocknen oder spezifische Deckkraftneigungen auf bestimmten Papieren).
Praktische Beobachtungsprotokolle und standardisierte Laborprüfungen stellen unterschiedliche Informationstypen dar. Beobachtete physikalische Phänomene werden als Beobachtungstagebuch erfasst und nicht in Laborprüfklassen übersetzt. Nicht standardmäßig geprüfte Positionen verbleiben im ursprünglichen Erfassungszustand.

VII. Zusammenfassung
Das Materialarchiv handgefertigter Aquarellfarben zielt nicht auf den Aufbau einer statischen Parametertabelle ab, sondern dokumentiert das objektive Verhalten der Materialien in der realen Arbeitsumgebung und über zeitliche Dimensionen hinweg. Der Schwerpunkt liegt auf der konkreten Leistung des Pigments, der Rolle der Rezeptur für den Materialzustand, der Beteiligung der Umwelt an physikalischen Veränderungen sowie dem Erscheinungsbild dieser Phänomene im Zeitverlauf.
Die langfristigen Videodokumentationen zur Herstellung der handgefertigten Farben werden als separates Archiv aufbereitet und als unabhängiges Forschungsprojekt im Pigmentverhaltensarchiv der VHacademy aufbewahrt.
