Warum spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Herstellung von Aquarellfarben eine wichtige Rolle?

Die Luftfeuchtigkeit begleitet das Material während seiner gesamten Entwicklung

Im Verlauf der langfristigen Herstellung und Beobachtung von Aquarellfarben gehört die Luftfeuchtigkeit zu den wichtigsten Umweltvariablen.

Von der Abfüllung über die natürliche Trocknung bis hin zur langfristigen Lagerung bleibt das Material ständig mit der umgebenden Luft in Kontakt. Veränderungen der Luftfeuchtigkeit begleiten diesen gesamten Zeitraum und wirken auf die Entwicklung des Materials ein.

Aus diesem Grund wird die Luftfeuchtigkeit als fester Bestandteil langfristiger Materialbeobachtungen dokumentiert.


Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Trocknungsgeschwindigkeit

Die Luftfeuchtigkeit wirkt sich unmittelbar auf die Verdunstung des Wassers aus.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit verläuft die Verdunstung in der Regel langsamer, wodurch sich die natürliche Trocknungszeit einer Aquarellfarbe verlängern kann.

Bei niedriger Luftfeuchtigkeit verdunstet Wasser meist schneller, wodurch sich der gesamte Trocknungsprozess beschleunigen kann.

Selbst bei identischen Herstellungsverfahren können sich dadurch unterschiedliche Entwicklungsverläufe ergeben.


Veränderungen der Trocknungsgeschwindigkeit können die Materialentwicklung beeinflussen

Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst nicht nur die Dauer der Trocknung.

Verändert sich die Geschwindigkeit der Wasserabgabe, kann sich auch die Entwicklung der inneren und äußeren Materialstruktur verändern.

Langfristige Beobachtungen zeigen, dass sich bei trockener Umgebungsluft die Oberfläche einiger Farbsysteme früher stabilisieren kann, während sich das Material im Inneren weiterhin verändert. Bei bestimmten Materialsystemen kann dadurch die Wahrscheinlichkeit für innere Hohlräume steigen.

Wie stark sich dieser Effekt zeigt, hängt vom jeweiligen Pigment, dem Bindemittelsystem und weiteren Materialeigenschaften ab.


Auch bereits getrocknete Farben reagieren auf die Luftfeuchtigkeit

Die Wirkung der Luftfeuchtigkeit endet nicht mit dem Abschluss der Trocknung.

Befinden sich bereits getrocknete Aquarellfarben über längere Zeit in einer feuchten Umgebung, kann ihre Oberfläche erneut Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen.

Langfristige Beobachtungen zeigen, dass einzelne Farben dadurch eine leicht klebrige Oberfläche entwickeln oder an benachbarten Farbnäpfchen anhaften können.

Auch dieser Vorgang gehört zum Materialverhalten unter wechselnden Umweltbedingungen.


Hohe Luftfeuchtigkeit kann die langfristige Lagerung beeinflussen

Die Luftfeuchtigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die langfristige Aufbewahrung von Aquarellfarben.

Werden Farben dauerhaft unter hoher Luftfeuchtigkeit gelagert, kann das Material mit der Zeit weicher werden oder Veränderungen seiner Oberflächenstruktur zeigen. Unter dauerhaft feuchten Bedingungen kann außerdem die Wahrscheinlichkeit mikrobiellen Wachstums zunehmen.

Diese Veränderungen entstehen nicht während der Herstellung, sondern im Verlauf der langfristigen Lagerung unter bestimmten Umweltbedingungen.


Geeignete Lagerungsbedingungen tragen zur Materialstabilität bei

Aus diesem Grund werden Aquarellfarben üblicherweise in Innenräumen gelagert.

Eine dauerhafte Aufbewahrung im Außenbereich wird in der Regel vermieden, da Niederschläge, hohe Luftfeuchtigkeit sowie starke Witterungsschwankungen dort häufiger auftreten.

Ein trockener, kühler Innenraum ohne direkte Sonneneinstrahlung bietet im Allgemeinen gleichmäßigere Bedingungen für die langfristige Lagerung des Materials.


Die Luftfeuchtigkeit bleibt eine wichtige Umweltvariable langfristiger Materialbeobachtungen

Langfristige Materialbeobachtungen umfassen sowohl den Herstellungsprozess als auch die spätere Lagerung.

Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst die natürliche Trocknung, die Entwicklung der inneren Struktur, den Zustand der Oberfläche sowie die langfristige Stabilität des Materials. Da verschiedene Pigmente und Materialsysteme unterschiedlich auf Veränderungen der Luftfeuchtigkeit reagieren können, wird diese Umweltvariable kontinuierlich dokumentiert und als wesentlicher Bestandteil langfristiger Materialbeobachtungen betrachtet.

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