Warum Honig ein fester Bestandteil des Bindemittelsystems handgemachter Aquarellfarben ist
Victoria HilbrechtHonig wird nicht erst während der Herstellung einzelner Aquarellfarben hinzugefügt
Langfristige Produktionsbeobachtungen zeigen, dass Honig bei handgemachten Aquarellfarben nicht während der Verarbeitung einzelner Pigmente hinzugefügt wird.
Stattdessen wird Honig bereits während der Vorbereitung des Bindemittelsystems mit den übrigen Bestandteilen zu einer stabilen flüssigen Grundlage verarbeitet.
Diese Vorgehensweise dient nicht der Vereinfachung des Herstellungsprozesses, sondern einer besseren Kontrolle des gesamten Materialsystems.
Honig beeinflusst das Verhalten des gesamten Bindemittelsystems
Langfristige Produktionsbeobachtungen zeigen, dass Honig nicht nur eine einzelne Materialeigenschaft verändert, sondern das Verhalten des gesamten Bindemittelsystems beeinflusst.
Ein zu hoher Honiganteil kann die Eigenschaften des Bindemittelsystems verändern.
Ein zu geringer Anteil kann dagegen die Flexibilität des späteren Materials beeinträchtigen.
Deshalb wird Honig nicht unabhängig dosiert, sondern als Bestandteil eines ausgewogenen Bindemittelsystems abgestimmt.
Das Verhältnis von Honig wird innerhalb des Bindemittelsystems festgelegt
Langfristige Produktionsbeobachtungen zeigen, dass unterschiedliche Aquarellpigmente unterschiedliche Materialeigenschaften besitzen.
Würde Honig erst während der Herstellung einzelner Farben hinzugefügt, wäre nur schwer nachvollziehbar, welche Veränderungen tatsächlich durch das Pigment und welche durch den Honig verursacht werden.
Darüber hinaus beeinflusst jede Veränderung des Honiganteils das gesamte Bindemittelsystem und nicht nur das jeweils verarbeitete Pigment.
Aus diesem Grund wird das Verhältnis von Honig bereits bei der Vorbereitung des Bindemittelsystems festgelegt.
Ein vorbereitetes Bindemittelsystem verbessert die Kontrolle während der Produktion
Langfristige Produktionsbeobachtungen zeigen, dass ein vollständig vorbereitetes Bindemittelsystem den weiteren Produktionsprozess besser kontrollierbar macht.
Ist das Verhältnis der Bindemittelbestandteile bereits stabil, kann sich die menschliche Intervention auf das Materialverhalten der einzelnen Aquarellpigmente konzentrieren.
Dadurch müssen während der Pigmentverarbeitung nicht gleichzeitig mehrere Bestandteile des Bindemittelsystems verändert werden.
Dies verbessert sowohl die Beobachtbarkeit als auch die langfristige Reproduzierbarkeit der Produktion.
Das Bindemittelsystem beeinflusst dennoch den endgültigen Materialzustand jeder Aquarellfarbe
Langfristige Produktionsbeobachtungen zeigen, dass ein einheitlich vorbereitetes Bindemittelsystem nicht bedeutet, dass alle Aquarellfarben identische Materialeigenschaften entwickeln.
Vielmehr reagieren unterschiedliche Pigmente aufgrund ihrer Partikelgröße, Materialzusammensetzung und ihres Materialverhaltens unterschiedlich auf dasselbe Bindemittelsystem.
Das vorbereitete Bindemittelsystem schafft daher eine stabile Grundlage, während das jeweilige Pigment weiterhin den endgültigen Materialzustand mitbestimmt.
Das Production Archive dokumentiert langfristige Beobachtungen zum Honig im Bindemittelsystem handgemachter Aquarellfarben
Das Production Archive dokumentiert langfristige Produktionsbeobachtungen zur Herstellung handgemachter Aquarellfarben.
Dazu gehören die Rolle des Honigs innerhalb des Bindemittelsystems, die Wechselwirkungen zwischen Bindemittel und Aquarellpigmenten sowie die Auswirkungen auf Materialverhalten, menschliche Intervention und den langfristigen Materialzustand.
Zusammenhängende Langzeitbeobachtungen zu diesem Materialverhalten sind im Pigment Behavior Archive dokumentiert.