Empfehlungen zur langfristigen Aufbewahrung handgefertigter Aquarellfarben
Auch nach der Trocknung bleibt die Umgebung ein Teil des Materialverhaltens
Mit dem Abschluss der natürlichen Trocknung endet die Entwicklung des Materials nicht vollständig.
Während der langfristigen Lagerung können Umweltbedingungen weiterhin Einfluss auf die Oberfläche, die innere Struktur und die allgemeine Materialstabilität nehmen. Aus diesem Grund gehört auch die Aufbewahrung zu den Bereichen langfristiger Materialbeobachtungen.
Die folgenden Hinweise beruhen auf langfristigen Beobachtungen verschiedener Materialsysteme. Sie beschreiben allgemeine Empfehlungen und stellen keine festen Vorgaben dar.
Eine möglichst trockene Umgebung unterstützt die langfristige Lagerung
Die Luftfeuchtigkeit bleibt auch während der Lagerung eine wichtige Umweltvariable.
In dauerhaft feuchten Umgebungen können einzelne Materialsysteme Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Langfristige Beobachtungen zeigen, dass sich dadurch Oberflächen verändern, Materialien weicher werden oder unter bestimmten Bedingungen auch das Risiko mikrobiellen Wachstums zunehmen kann.
Für die langfristige Aufbewahrung wird daher im Allgemeinen eine möglichst trockene Umgebung bevorzugt.
Eine Lagerung im Außenbereich wird in der Regel vermieden
Außenbereiche unterliegen stärkeren Veränderungen der Umweltbedingungen.
Regen, hohe Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser sowie jahreszeitliche Schwankungen können das Material dauerhaft erhöhten Feuchtigkeitsbelastungen aussetzen.
Aus diesem Grund werden handgefertigte Aquarellfarben üblicherweise in Innenräumen und nicht dauerhaft im Außenbereich gelagert.
Direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen sollten möglichst vermieden werden
Auch die Temperatur beeinflusst die langfristige Materialstabilität.
Langfristige Materialbeobachtungen zeigen, dass einzelne Materialsysteme – insbesondere bestimmte Honig-Aquarellfarben – unter anhaltender Wärme oder direkter Sonneneinstrahlung Oberflächenrisse oder lokale Aufbrüche entwickeln können.
Ein kühler Lagerort ohne direkte Sonneneinstrahlung bietet daher im Allgemeinen stabilere Bedingungen für die langfristige Aufbewahrung.
Auch der Aufbewahrungsbehälter sollte sauber und trocken bleiben
Nicht nur die Farben selbst, sondern auch ihre Aufbewahrungsumgebung spielt eine Rolle.
Es empfiehlt sich, Farbkästen oder Aufbewahrungsboxen sauber und trocken zu halten und angesammelte Feuchtigkeit möglichst zu vermeiden.
Dadurch lassen sich zusätzliche Umwelteinflüsse während der Lagerung reduzieren.
Ein geringer Abstand zwischen den Farben kann hilfreich sein
Bei einigen Materialsystemen kann sich die Oberfläche unter erhöhter Luftfeuchtigkeit leicht verändern.
Langfristige Beobachtungen zeigen, dass insbesondere Honig-Aquarellfarben unter feuchten Bedingungen stellenweise wieder leicht klebrig werden können. Liegen einzelne Farbnäpfchen dauerhaft unmittelbar aneinander, kann dies in manchen Fällen zu Oberflächenkontakt oder leichtem Aneinanderhaften führen.
Ein kleiner Abstand zwischen den einzelnen Farben kann dazu beitragen, diese Möglichkeit zu verringern.
Eine regelmäßige Kontrolle unterstützt die langfristige Materialbeobachtung
Auch während der Lagerung kann der Zustand der Farben gelegentlich überprüft werden.
Dabei kann beispielsweise auf Veränderungen der Oberfläche, ungewöhnliche Gerüche, Schimmelbildung oder andere auffällige Materialveränderungen geachtet werden.
Häufig verwendete Farben werden meist bereits im normalen Gebrauch regelmäßig betrachtet. Weniger genutzte Farben können in größeren Abständen kontrolliert werden.
Eine stabile Lagerungsumgebung unterstützt die langfristige Materialstabilität
Langfristige Materialbeobachtungen zeigen, dass Umweltbedingungen nicht nur während der Herstellung, sondern auch während der Lagerung Einfluss auf handgefertigte Aquarellfarben nehmen können.
Eine trockene, kühle Innenraumumgebung ohne direkte Sonneneinstrahlung bietet im Allgemeinen stabile Bedingungen für die langfristige Aufbewahrung. Da verschiedene Materialsysteme unterschiedlich auf ihre Umgebung reagieren können, bleibt auch die Lagerung ein wichtiger Bestandteil langfristiger Materialbeobachtungen.