Die Farbe verändert sich während des Malens
Eine Farbe bleibt auf dem Papier nicht unverändert
Mit dem ersten Farbauftrag beginnt ein fortlaufender Veränderungsprozess.
Zwischen dem feuchten Farbauftrag und dem vollständig getrockneten Ergebnis verändert sich die Erscheinung derselben Farbe mehrfach. Feuchtigkeit, Trocknung und Zeit beeinflussen den sichtbaren Farbeindruck, obwohl es sich durchgehend um dieselbe Farbe handelt.
Die Beobachtung einer Farbe endet daher nicht mit dem Auftragen auf das Papier.

Der nasse Farbauftrag zeigt den ersten Farbeindruck
Unmittelbar nach dem Malen befindet sich die Farbe im vollständig feuchten Zustand.
In dieser Phase wirken viele Farben besonders intensiv, während Wasser und Pigment gemeinsam den Farbeindruck bestimmen. Die Farbe verteilt sich weiterhin auf dem Papier und verändert ihr Erscheinungsbild bereits in den ersten Momenten nach dem Auftrag.
Der nasse Farbauftrag dokumentiert deshalb den Beginn eines sichtbaren Veränderungsprozesses.

Während des Trocknens verändert sich die Farbe weiter
Mit abnehmender Feuchtigkeit entsteht ein neuer Zustand.
Ein Teil der Fläche beginnt bereits zu trocknen, während andere Bereiche noch feucht bleiben. Dadurch können innerhalb derselben Farbe unterschiedliche Helligkeiten und Farbwirkungen gleichzeitig sichtbar werden.
Diese Übergangsphase gehört ebenso zur Beobachtung wie der fertige Farbauftrag.

Der getrocknete Farbauftrag zeigt einen stabilen Zustand
Nach vollständiger Trocknung verändert sich der Farbeindruck erneut.
Manche Farben erscheinen anschließend etwas heller, andere wirken ruhiger oder entwickeln mehr Tiefe. Bei einigen Farben fällt der Unterschied nur gering aus, bei anderen ist er deutlich wahrnehmbar.
Der trockene Farbauftrag stellt keinen neuen Farbton dar, sondern einen weiteren Zustand derselben Farbe.

Jede Farbe entwickelt sich unterschiedlich
Nicht alle Farben verändern sich während des Trocknens in gleichem Maß.
Einige zeigen zwischen dem nassen und trockenen Zustand deutlich erkennbare Unterschiede, während andere ihren Farbeindruck nahezu beibehalten. Das Ausmaß der Veränderung ist von Farbe zu Farbe unterschiedlich, die Beobachtung dieses Verlaufs gehört jedoch zu jeder einzelnen Farbe.
Jede Farbe besitzt deshalb ihren eigenen zeitlichen Verlauf.

Farbbeobachtung umfasst auch den Faktor Zeit
Eine Farbe lässt sich nicht ausschließlich über ihr fertiges Erscheinungsbild beschreiben.
Ebenso wichtig sind die Veränderungen, die während des Malens und Trocknens sichtbar werden. Erst die Beobachtung aller Zustände vermittelt ein vollständigeres Bild derselben Farbe.
Farbdokumentation umfasst deshalb nicht nur Farben selbst, sondern auch ihre Veränderungen im Verlauf der Zeit.
